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herzlich willkommen auf den literaturseiten von fexe.de

lyrik von barbara emek

schreib auf schreib auf
denn bald kommt der tag
an dem mich der deckel vom sarg
allzusehr hindert zu schreiben
schreib auf
schreib auf
denn vielleicht findet einer
die antwort darauf
und will bleiben"


*

...die maske...

gestern ist mir was schreckliches passiert
ich fand meine maske
nicht mehr wieder
du weißt schon:
die mit dem freundlichen lächeln
die, die immer einen scherz auf den lippen hatte
so daß alle leute glaubten
haha was für eine ulknudel
ich hab schon alles abgesucht
kann sie aber nirgends finden
gleich morgen geh ich los
und besorg mir eine neue
vielleicht diesmal eine
mit sanftem, sensiblen blick
so daß alle leute sagen:
guck mal
die traurige

*


...wegen mir...

wegen mir
wird keiner sich ändern
oder was außergewöhnliches tun
keiner wird sich vergessen
von liebe besessen
sein leben hergeben
um mit mir zu leben

nie würd`einer das tun wegen mir

*

...es war einmal...

vor sehr, sehr langer zeit
war alles still
kein schreien
kein toben
kein lachen
denn der könig hat es verboten
ausgepeitscht wurde der, der es wagte zu lachen
und manchmal auch gehängt
doch eines tages sah er im dorf
das lachen einer wunderschönen bauerstochter
er ließ sie festnehmen
brachte sie eigenhändig in den kerker
der könig bestand darauf
ihr selbst tag für tag das essen zu bringen
jahr für jahr brachte er ihr
schinken und wein, melone und trauben
sie durfte sich für`s kerkerzimmer
teppich und gardine selbst aussuchen
er brachte ihr alles was sie wollte
lag ihr zu füßen
ließ sich selber köpfen
als ihr die flucht aus dem kerker gelang

*

...nein...

kam ein vogel geflogen
setzt sich nieder auf mein`fuß
hat ein messer im schnabel
vom tode einen gruß

kam ein vogel geflogen
und lacht mich höhnisch aus
"daß" so fragt er "nennst du leben?"
und flog weit- weit hinaus

kam ein vogel geflogen
bunte federn im haar
sagt "ich steh`heut`auf liebe,
komm`, wir werden ein paar"

kam ein vogel geflogen
schaut mich blauäugig an
"wenn du willst, werd`ich bleiben,
solange ich kann"

kam ein vogel geflogen
und ich liebte ihn sehr
hab`ihn niemals betrogen
gab ihm haut und haar her

kam ein vogel geflogen
hat noch andre dabei
sagt " ich kann heut nicht bleiben,
sei nicht böse, bye bye"

kam ein vogel geflogen
zerrissen und krank
und legte sich wortlos
zu mir auf die bank

kam ein vogel geflogen
und bittet mich sehr
doch bei ihm zu bleiben
doch nun wollt`ich nicht mehr

*

...warum?...

warum muss ich immer denken
warum muss ich immerzu
zeit und energie verschwenden
und der grund dafür bist du

warum fühle ich so viel
warum allzu intensiv
schweb ich grad noch in den wolken
fall ich auch schon rein ins tief

warum überfallen mich
wenn ich schlafen will
gedanken
die beim besten willen nicht
passen in die schranken
die mir auferlegt seit eh

*

...allgegenwärtig...

an jeder stelle jedem ort
seh`ich dich steh`n
hör`ich dein wort
allgegenwärtig
bist du hier
und dort

mach`ich die augen zu
stehst du vor mir
mach`ich sie auf
dann bist du hier
und fort

*

du hast mich traurig gemacht
dazu brauch`ich dich nicht

wozu hab`ich denn nur
mein lachendes gesicht

wenn ich traurig sein will
brauch ich dich nicht dazu

du hast mich traurig gemacht
doch wozu?

das hätt`st du nicht tun soll`n
jetzt komm` ich nie mehr

zusammen mit dir
mein herz wird mir schwer

du hast mich traurig gemacht
dabei warst du der mensch

mit dem ich so gerne
gelacht

*

...die nie-gelungen...

geselle wollt´siegfried ermorden
siegfried ermordet gesellen
und siegfried ermordet den drachen
hagen ermordet siegfried
kriemhild ermordet hagen
kriemhild ermordet sich selbst

baden erfordert bedacht
wenn der himmel den sturm entfacht
und ein lindenblatt fällt
dann sieht alle welt
daß der drache sein leben
vergebens gelassen hat...

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prosa von barbara emek

"Wohin führst du mich, Weg..."

Sie wurde geboren...ist aufgewachsen....zur Frau gereift, hat gefühlt, gelitten, wurde gedemütigt und wieder besänftigt. Ein Menschenwesen mit der Seele einer Elfe, die Liebe suchte und immer fand... die Liebe wird erwidert und das Leben sucht sich seine Wege. Die Richtung ist nicht immer klar, aber voll Leidenschaft und Optimismus. Ständige Bodenstürze wechseln sich ab mit Freudensprüngen... wie die Wellen des Meeres , die sich in meterhohen, jubelkreischenden Saltos verwandeln zu zärtlich streichelnden Wogen, die ihre Reiselust im Sand verlieren...
Immer mit einem Teil des Bewussten....auf "der anderen Seite" und trotzdem bodenständig brav ihre Aufgabe auf dieser Erde erfüllend.
Sie, diese Frau....eine, die Kraft empfindet, eine, der diese manchmal ausgeht, doch aufgeben...nein, tut sie niemals! Man könnte meinen, sie ist nicht von dieser Welt...die Probleme, die das alltägliche Leben an sie stellt, sind manchmal für sie scheinbar nicht zu lösen und dann....passiert, dass alles sich zum Besten wendet, allein durch ihre Zuversicht und ihr Vertrauen in ihr Schicksal. Nichts lässt sie von dem ablenken, was tief in ihrer Seele verankert steht: Glaube! Es ist kein wirklich religiöser Glaube, wobei dieses Wort auch seine Tücken hat, denn wenn der Glaube an sich selbst religiös ist, na dann ist es das eben.
Sie will niemals stehenbleiben, will neue Welten erkunden in den Menschen, und um sie herum ... sie ist neugierig und aufrichtig. Von ihren Mitmenschen verlangt sie tausendprozentige Ehrlichkeit in Sachen Gefühle, Unaufrichtigkeit bricht ihr das Herz...wieder und wieder... Trotzdem...immer wieder aufs Neue vertraut sie und setzt alle Kraft ein in die Liebe. Die Liebe ist ihr Lebenselexier, ohne diese Gewissheit wäre sie nicht. Sie existiert durch die Macht ihres Herzens. Aufrecht geht sie durchs Leben und nur Hass, Gewalt und Unmenschlichkeit können ihr wirklich etwas antun. Eine Frau, die in den quirligen Massen ihrer eigenen Spezies dasteht, wie ein fremder Besucher aus einer unbekannten Welt. Und dennoch versucht sie, mit ihnen zu leben, in Harmonie...sie bietet sich an als Freundin, als Schwester, als Mutter und als Partnerin, dabei toleriert sie viel, wenn denn ihr selbst auch genügend Toleranz entgegengebracht wird. Sie zieht sich für ewig zurück, wenn ihr Vertrauen missbraucht wird und selbst dann noch gibt sie nach, wird sie um Verzeihung gebeten...
Fast unanständig anständig geht sie den Weg durch Freundschaft, Partnerschaft und geschäftliche Beziehungen, ihre Korrektheit wird ihr dadurch immer wieder mit Ausnutzung und Aloyalität verrechnet, dann leidet sie, denn gegen Widersacher ist sie machtlos. Letztendlich aber siegt ihre Stärke und die Unaufrichtigkeit, die ihr begegnete, muss sich beugen.
Das begonnene Leben ist noch nicht gelebt...es passiert an jedem neuen Tag ein neues Abenteuer, wenn sie des Abends schlafengeht, versinkt ihr Unbewusstsein in den Weiten ihrer Träume und sie erwacht des Morgens mit all dem Wissen und der Ungewissheit ihrer zwei Welten .
Es erfordert viel Kraft und innere Stärke, diesen zwei, voneinander unabhängigen Sphären mit klarem Geist zu begegnen und manchmal denkt sie, es wäre besser, wenn alles vorbei wäre....vorbei? "Wohin führst du mich...Weg ?" scheint sie zu fragen und die Antwort steckt in vielen kleinen Details.
Der Sonnenschein, der früh am Morgen ihre Nase kitzelt, der See, der friedlich daliegt, Enten , Schwänen und Möwen ein erfrischendes Morgenbad bietet ...sie lässt ihre Sinne über das Wasser treiben und empfindet Glück in seinem schönsten Kleid, ihr weltliches Leben zeigt in ihrem inneren Heimkino Filme von menschlichen Begegnungen, die ihren Schrecken verlieren während ihre Seele fliegt und fliegt und dabei verzeiht...
Weiter geht's nachdem sie ihren Flug beendet hat, das existierende ( ? ) realistische Leben drängt sich wieder in den Vordergrund , banale Dinge wollen erledigt werden, ein ständiger Wechsel zwischen Unabänderlichkeit und geistiger Freiheit.
Die Stimme eines, ihr seelenverwandten Mitmenschen lässt sie ruhig werden...Kräfte sammelnd und friedlich macht sie weiter...immer weiter, bis zum Ende. Der Übergang in die andere Welt wird ihr im Tod keine Angst mehr machen, kennt sie diese doch von ihren unzähligen Reisen und weiss sie doch um die Leichtigkeit ihrer Empfindungen auf diesem Weg...

*

leseprobe aus CHAT-VERHÄNGNIS, erschienen in der anthologie "netzgeschichten 2" von sven trautwein - ISBN 3-8311-1042-5...207 S, erhältlich auch bei www.literature.de

jenny war modedesignerin und entwarf ausgefallene modelle, die inzwischen in der berliner szene zum kult geworden waren. sie belieferte damit die top - boutiquen in berlin ost und west. jennys homepage war professionell gemacht, sie gefiel ihr, eines tages wollte sie sich auch eine eigene machen, auf der sie ihre zeichnungen vorstellen wollte, aber dazu benötigte sie noch fachgerechte hilfe. das konnte noch dauern. sie klickte sich durch sämtliche links auf jennys site und gelangte dabei auch auf einen chat. " WILLKOMMEN IM DREAMLAND-CHAT" machte sich die seite vielversprechend auf. "haben sie schon ein passwort? wenn nicht - hier klicken"...sie klickte...."geben sie einen nickname ein"...nickname, nickname, überlegte sie, dann entschied sie sich für den namen JOSISHA, den sie mal irgendwo gehört hatte und der ihr gefiel, gab ein passwort ein und bekam kurze zeit später per e-mail ihren zugangscode für das spannend anmutende unternehmen "DREAMLAND-CHAT" sie holte sich noch einen heissen milchkaffee und machte es sich vor dem computer bequem. " na, dann mal los"...



......

"VAMPIRE UNTER UNS"...erschienen in der literatur-zeitschrift HEADLINE (thema: blutsauger aller art) von alisha bionda

kürzlich hat mich eine vorabendliche fernseh-talkshow von meinen quälenden zweifeln befreit, ob es denn heute noch vampire gibt oder nicht! endlich weiß ich: es gibt sie! denn zu den illustren teilnehmern der talkrunde zählte ein echter, lebender vampir, dem weder das grelle scheinwerferlicht noch das kruzifix in der dekoration etwas anhaben konnte.der blasse blutsauger flüsterte, ja hauchte seine worte in charmantem schwiezer dütsch und berichtete mit toternster miene über sein vampir-dasein. er entrüstete sich über das falsche bild, das sich die "sterblichen" von einem vampir in der heutigen zeit machten. sein alter betrüge stattliche 1270 jahre und blut würde er schon seit jahrhunderten nicht mehr saugen....er tat mir fast leid, wie er da saß mit schwarzgeschminkten augenrändern und wie er verzweifelt versuchte, seine verkannte spezies zu verteidigen. er hatte es wahrlich schwer, seine kritischen kontrahenten von seiner wahren vampir-identität zu überzeugen.der anwesende, vollbärtige vampirologe (der es ja wissen muß!) ließ mit seinen spöttischen bemerkungen keine zweifel, daß er den blassen vertreter des vampirismus für unecht hielt, sein ständiges grinsen machte den bedauernswerten vampir zornig und unglücklich (können vampire eigentlich glücklich sein?) ein teenie in "echtem" gruftie-look mit tonnenweise schwarzem kajal um die augen und riesigem fledermaus-collier um ihren unversehrten hals, sagte ihm ins gesicht, daß er spinne, sie sei schließlich ein vampir-fan und wisse, wie vampire wirklich aussähen...professor dr. dr. psycho hatte für den ganzen vampirkult sowieso nur eine freudsche erklärung und bei seinen langatmigen ausführungen wären beinahe selbst dem untoten die füße eingeschlafen. um die runde etwas aufzulockern, bot die gastgeberin mit angsteinflößender stimme eine rote erfrischung an, die sie ihren gästen in verkorkten reagenzgläsern über den tisch rollte. der antagonismus des vampirologen wurde heftiger, als das thema religion ins gespräch kam. selbst der schweizer vampir lehnte es ab, an den teufel zu glauben, geschweige denn, an gott. er habe keine lust, sich mit gott zu vereinen, sagte er, darum würde er auch nie sterben. weil er keine lust hätte, zu sterben... ist doch einleuchtend, oder? er leckte sich die lippen und entschwand aus dem gleißenden scheinwerferlicht...bin ich froh, endlich zu wissen, daß die noch lebenden vampire eigentlich ganz liebe kerle sind...



*

...der magische strahl...

die sache geschah an einem harmlosen und unbedeutenden tag
die sonne schien manchmal durch die wolken und es war warm genug
um an der ecke in dem kleinen garten-cafe´ zu frühstücken
ich sah ihn sofort...
oder er mich
unsere blicke trafen sich wie ein blitz
man konnte fast ein aufflammen erkennen
was tun?
der magische laserstrahl - der meinen blick gefangen nahm
lenkte mich ab von allem was ich heute noch vor hatte
endlich schaffte ich es, auszuweichen
und sah nur noch auf mein fünfminutenei...
mit dem starken drang, wieder die augen zu erheben
und mich zurück auf den magischen strahl zu begeben
ich wollte nicht... doch sah ich hin...
bereit - mich zu ergeben...
wieder dieser blitz
welche kraft besitzt ein blick!
ich starre ihn an...gehe mit ihm...liebe ihn schließlich...
heirate ihn sogar...
verbrauche meine ganze energie
kämpfe um ihn...
schließlich stirbt die liebe
er war nicht der "richtige"
ich muß wieder mehr an mich denken
energie tanken
was wollte ich heute noch alles erledigen?
mh...der kaffe schmeckt gut hier... doch:
was starrt mich der typ da drüben die ganze zeit so blöd´an?

*

alle rechte bei barbara emek

fexe@fexe.de